Wochenendkuchen: Aranzinikuchen

6. Mai 2007 von Nikky W. | 1 Kommentar

Meine Oma ist jeden Sonntag in der Kirche, ich kann mich kaum daran erinnern das sie mal nicht dort war… außer sie war krank oder hatte Verpflichtungen innerhalb der Familie. Aber darum geht es ja auch gar nicht, es geht um die Kirche. In dieser, unserer Pfarre – ich wohne sozusagen mit meinem Herrn Schaukelpferd fast gegenüber von meiner Oma – ist jeden Sonntag nach der Messe Pfarrkaffee. Eine Möglichkeit nach der Messe noch mit den anderen Kirchengängern Neuigkeiten auszutauschen und einfach nur zu Plaudern.
Seit ich ein kleines Kind war, sind dort jeden Sonntag die gleichen Leute anzutreffen. Heute allerdings schon um einiges älter als damals. Es fehlen auch inzwischen schon hier und da ein paar Gesichter, ein paar sind weggezogen und ein paar, sind leider Gottes schon gestorben.
Allerdings ist es heute noch so wie damals, dass ein paar Damen aus der Pfarre immer abwechselnd den „Pfarrkaffeedienst“ verrichten. Manche von den Damen tun sich inzwischen schon recht schwer damit, das viele stehen und rumgehen, in aller Herrgottsfrüh schon in der Pfarre sein und alles vorbereiten und was eben sonst noch so anfällt…wie zum Bespiel das lästige wegräumen danach – das alles fällt eben schon sehr schwer.
Und auch meine Oma ist eine von diesen Damen, aber eigentlich ist sie noch viel schlimmer als die anderen, da sie sich nie Ruhe gönnen kann. Wenn mal eine von den anderen Damen nicht kann, weil sie krank ist, im Krankenhaus verweilt oder auf ihre Enkerl aufpassen muss, oder, oder, oder, ist meine Oma immer zur Stelle und springt für sie ein.
Ich kann mich erinnern das sie vor ein paar Wochen an fast sechs Sonntagen hintereinander brav ihren Dienst im Pfarrkaffee verrichtet hat. Danach hat sie dann natürlich zuhause auch noch für die Großfamilie gekocht, für die Enkelkinder und wer eben sonst noch aller Essen gekommen ist, bzw. es sich abgeholt hat.
Und wir alle wissen, dass ohne unsere Oma alles anders aussehen würde und gerade deshalb versuchen ein paar von uns sie zu entlasten – in dem Rahmen, den sie uns erlaubt…. abnehmen lassen will sie sich ja kaum was.
Aber etwas kann… und darf…. ich für sie tun, nämlich den Kuchen zu backen. Den Kuchen, den die Damen immer mitbringen wenn sie ihren Dienst im Pfarrkaffee verrichten – natürlich selbstgebacken.
So hat meine Oma wenigstens am Abend vor dem Pfarrkaffee noch etwas Ruhe und muss nicht auch noch in der Küche stehen und einen… ich muss zugeben, bei ihr immer wunderbaren und köstlichen… Kuchen zaubern.

Und was liegt da näher als einen Kuchen zu backen, welcher mich ebenfalls meine gesamte Kindheit begleitet hat. Einen Kuchen der so einfach und geradlinig ist und vielleicht auch gerade deshalb nicht besser sein könnte – genau wie meine Oma.
Ich bin zwar noch immer der Meinung das man manche Sachen einfach nie so machen kann wie eine Oma, aber beim Duft dieses Kuchens im Rohr hat er mich doch schon sehr an sie erinnert.

Und hier ist das Rezept, ich hoffe auch ihr habt so viel Freude an diesem Kuchen:

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Aranzinikuchen
Kategorien: Backen, Süßes, Kakao, Kranzkuchen, Kandierte Früch
Menge: 1 Kranzkuchenform

Aranzinikuchen

Zutaten

250 Gramm Griffiges Mehl
50 Gramm Kakao
1/2 Teel. Backpulver
Salz
100 Gramm Aranzini, würfelig geschnitten
167 Gramm Öl (1/6 l)
167 Gramm Wasser (1/6 l)
5 Dotter
200 Gramm Staubzucker
5 Eiklar
50 Gramm Staubzucker

Quelle

Oma´s Rezept
Erfasst *RK* 06.05.2007 von
Nicole McKenzie

Zubereitung

Mehl, Kakao, Backpulver und eine Prise Salz vermischen. Die Aranzini unter die Mehl-Kakao-Mischung mengen.

Dotter mit 20 dag Staubzucker schaumig schlagen. Wasser und Öl in einem Kännchen zusammenwiegen.

Eiklar mit 5 dag Staubzucker zu Schnee schlagen.

Schnee unter die Dottermasse heben, danach vorsichtig Öl und Wasser untermischen. Das mit Mehl mit dem Kakao und den Aranzini einmelieren.

Die Masse in eine mit Butter gefettete und mit Mehl gestaubte Kranzkuchenform füllen und glatt streichen.

Bei 150-175°C, auf mittlerer Schiene, ca. 1 Stunde backen.

Auskühlen lassen, aus der Form geben und gut überzuckern.

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Dieses Wochenende habe ich sie und auch meine Mutter, mit gleich zwei Kuchen entlastet. Da das gesamte Wochenende in der Pfarre ein Flohmarkt zugunsten von vietnamesischen Straßenkindern ist und die Beiden schon seit Freitag dort rumwüten und für die Verpflegung zuständig sind.
So hat es auch noch einen Kaisergugelhupf gegeben.

Liptauer

5. Mai 2007 von Nikky W. | 2 Kommentare

Liptauer ist für mich eines der Sachen, welche ich mit Österreich pur verbinde. Liptauer und Heuriger, diese Beiden gehören einfach zusammen. Liptauer und Österreich gehört für mich zusammen…. und Liptauer und Soletti gehören zusammen.

Obwohl der Liptauer ja eigentlich auch nur a „Zuag´reister“ is. Hat er doch wie so viele Sachen in der alten Zeit der K.u.K. Monarchie seinen Weg von Ungarn hierher, zu uns gefunden …. und daraus machen wir auch keinen Hel, stehen wir auch voller Stolz dazu. Liptauer ist bei uns genauso heimisch wie Powidltatschkerl, Dalken und was es sonst noch so an Köstlichkeiten gibt.

Das traditionelle Liptauer-Rezept enthält neben Brimsen, Zwiebel, Schnittlauch, Paprika und Kapern – inzwischen wird aber zumeist Topfen statt Brimsen verwendet, dann gehört der Liptauer aber gut gesalzen (Brimsen selbst ist schon salzig genug).
Eigentlich besteht der Liptauer zu gleichen Teilen aus gut schaumig gerührter Butter und Brimsen (Topfen), ich mag die „Light“-Variante aber fast lieber… immerhin bin ich damit aufgewachsen. Wie so vieles hat mich der Liptauer meiner Oma bis heute begleitet, von klein an und auch bis heute macht ihn niemand so gut wie meine Oma.

Ich habe ihn am liebsten mit Soletti, einfach ein paar Soletti reinstecken und dann drauf los geknabbert. Aber auch auf einem frischen Brot, mit etwas Schnittlauch darübergestreut schmeckt er einfach hervorragend… österreichisch 😉

 

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Oma’s Liptauer
Kategorien: Aufstrich, Schnelles, Grundmasse, Österreich
Menge: 1 Große Portion

liptauer

Zutaten

2 Essl. Rama (oder auch Butter)
1 Pack. Topfen 40%, abrinnen lassen
1 Zehe Knoblauch
4 Essl. Paprikasalat (ersatzweise auch 1 frischer, roter
— Paprika) – gut abrinnen lassen
1 gestr. TL Kümmel
1 Teel. Salz
Paprikapulver, edelsüß
Kapern
Erfasst *RK* 05.05.2007 von
Nicole McKenzie

Zubereitung

Rama und Butter mit dem (Hand)mixer kurz aufschlagen. Kapern (nach Geschmack, auf die Menge haben sich so ca. 8 Kapern bewährt), Knoblauch und Paprikasalat sehr fein schneiden und zusammen mit den Gewürzen unter die Topfen-Butter-Masse mischen. Zuerst weniger Paprikapulver verwenden, danach noch nach Geschmack nachwürzen.

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Oma´s Ölgugelhupf

25. März 2007 von Nikky W. | Keine Kommentare

In den Foodblogs macht derzeit ein Ölkuchen, wahlweise mit Irish-Cream oder Eierlikör, die Runde, aber erst heute ist die mir die Ähnlichkeit zu unserem Ölgugelhupf aufgefallen.
Da ich heute wieder Besuch bekomme, brauche ich natürlich was Süßes zum Kaffee, der Zitronenkuchen von Gestern hat zwar eingeschlagen wie eine Bombe und würde auch sicher heute wieder hervorragend schmecken, aber Frau Schaukelpferd hat natürlich auch Lust auf Abwechslung.

Zuerst hatte ich überlegt den Irish-Cream-Kuchen nachzubacken – allerdings ist, ausnahmsweise, nicht mehr viel davon zu Hause (gestern hat der Besuch auch in Sachen Irish-Cream ordentlich zugeschlagen) und wer sagt das Herr Schaukelpferd und ich heute Abend nicht Lust auf ein Gläschen bekommen – schließlich muss auf eine Woche gemeinsamen Urlaub angestoßen werden.
Also habe ich mich für den Ölgugelhupf meiner Oma entschieden, welcher mich schon meine ganze Kindheit (wie viele andere süße Sachen von ihr) begleitet hat und immer noch außerordentlich gut schmeckt – ich finde ihn so schön „saftig“.

Hier also das Rezept – eines will aber noch gesagt sein, beim Backen benötigt dieser äußerst gesellschaftsscheue Kuchen jede Menge Ruhe, er kann es gar nicht ab durch geöffnete Türen gestört zu werden und er bevorzugt ein luftstilles Örtchen.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.3 unreg.

Titel: Oma´s Ölgugelhupf
Kategorien: Österreich, Süßes, Gugelhupf
Menge: 1 Gugelhupf

oelgugelhupf2

5 Eidotter
1 Pack. Vanillezucker
350 Gramm Zucker
5 Eiklar
50 Gramm Zucker
350 Gramm Mehl (glatt u. griffig)
1 Pack. Backpulver
150 Gramm Öl
150 Gramm Wasser

============================ QUELLE ============================
— Erfasst *RK* 25.03.2007 von
— Nicole McKenzie

Eiklar mit Zucker zu Schnee schlagen. Eidotter mit dem Vanillezucker
und Zucker auch aufschlagen, Öl und Wasser unterrühren, danach die
Mehlmischung und das Backpulver darübersieben und ebenfalls
unterheben. Zum Schluss noch vorsichtig den Eischnee einarbeiten. In
die Gugelhupfform füllen.

:Backtemperatur: 180°C
:Backzeit: je nach Ofen 60 – 80 min.

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oelgugelhupf1 oelgugelhupf3

Anm.:
Der Gugelhupf ist beim Besuch sehr gut angekommen, sogar beim allerkleinsten…. und mit Lemon Curd zusammen einfach himmlisch.