Ein Ausflug auf den Slow Food „Markt der Erde“ in Horn… und ein Blunznbrot mit Kompottquitten und jungen Kohlsprossenblättern

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Sauerteigbrot mit Blutwurst, Kompottquitten und Kohlsprossenblättern

Inzwischen ist es kaum noch ein Geheimnis: ich liebe das Waldviertel. Und ihr könnt es wahrscheinlich schon gar nicht mehr hören, aber noch mehr liebe ich die lokalen Produzenten.
Denn gute Lebensmittel, die mit der Natur und der Jahreszeit im Einklang produziert werden, zu bekommen, ist hier ein Leichtes!

Heute möchte ich euch mit nach Horn nehmen. Hier findet nämlich jeden zweiten und vierten Samstag im Monat (mit Ausnahme von Jänner und Februar) der „Markt der Erde“ auf dem Hauptplatz statt, welcher vom Slow Food Convivium Waldviertel veranstaltet wird.

Markt der Erde auf dem Hauptplatz in Horn

Also zückt eure Terminkalender und tragt euch diese Termine ein, denn ein Ausflug ins Waldviertel ist sowieso immer eine Reise wert. Und falls ihr diese zufällig oder geplant an einem zweiten oder vierten Samstag im Monat tut, dann schaut doch auch in Horn vorbei!

Horn ist außerdem eine sehenswerte Stadt im östlichen Waldviertel. Von Wien kommend fahrt ihr entweder über Maissau (hier findet ihr zum Beispiel die „Amethyst-Welt“), oder über St. Pölten, Krems und das Kamptal. Auch diese Strecke kann ich euch nur ans Herz legen. Ich sage nur: wunderschönes Kamptal (ich weiß, ich weiß – ich bin etwas voreingenommen, nachdem ich hier lebe…) – und was es hier alles zu sehen gibt!

Aber zurück zum „Markt der Erde“, denn hier könnt ihr alles finden, was das Foodie-Herz höher schlagen lässt:
Getreide & Mehl von Martin Allram, Brauschneider Bier von Gerhard Eger (das Indian Pale Ale ist ein Traum!), Fische von der Fischzucht Bründl-Mühle, Freilandhühner und auch –truthühner von Roman Haslinger, Käse von der Käserei Kretschmer, Brot & Gebäck von Fritz Potocnik und der Bio Troad Bäckerei (Fritz ist der „Backgott“ – auch bekannt als Bäckermeister hinter Joseph-Brot!), wunderbares Bio-Gemüse von Tristan Toé, Geselchtes & Würste vom Bio Schober (Wiener kennen seine Spitzenprodukte vielleicht von Porcella), und, und, und…

Tristan Tox auf dem Markt der Erde in Horn

Viele der LebensmittelhandwerkerInnen (ich liebe dieses Wort) stehen auch direkt mit ihren Produkten am Marktplatz und sie erzählen euch sehr gerne von ihren Lebensmitteln, der Herstellung, den Bedingungen und was es sonst noch Wissenswertes dazu gibt. Kommt einfach und fragt ihnen Löcher in den Bauch, interessiert euch für das, was ihr zu euch nehmt!

Zu meiner Schande muss ich jetzt aber gestehen, dass ich dem „Markt der Erde“ erst gestern das erste Mal einen Besuch abgestattet habe.
Nicht weil ich nicht wusste, dass es ihn überhaupt gibt. Aber ich bin einfach immer in Gars „hängen geblieben“. Hier findet nämlich auch jeden Samstag der Viktualienmarkt statt und da sind ebenfalls viele Biobetriebe zu finden.
In Zukunft werde ich aber meine „Marktliebe“ aufteilen, ein kurzer Besuch auf dem Viktualienmarkt in Gars und jeden zweiten Samstag dann ins nicht weit entfernte Horn – der Vielfalt wegen! Und weil ich an einem einzigen Tag so viele liebe, interessante und auch bewundernswerte Menschen kennen gelernt habe. Denen man schon bei den ersten Sätzen anmerkt, dass sie ihren Beruf (oder auch Berufung) lieben!

Diesen Samstag war aber (zumindest für mich) ein ganz besonderer „Markt der Erde“, denn Fritz Potocnik hat live am Markt, in einem historischen Holzbackofen, Brot gebacken und nebenbei jede aufkommende Frage beantwortet.
Mit im Bunde war auch noch Elisabeth Ruckser mit ihrem neuen Buch „Brot backen, wie es nur noch wenige können“. Elisabeth durfte ich schon letzten Sonntag beim 4. FoodCamp in Wien kennen lernen und sie hat mir dabei von dieser besonderen Veranstaltung erzählt – somit war mein Besuch natürlich Ehrensache! Und ein signiertes Exemplar von dem druckfrischen Buch ist am Samstag (nebst frischgebackenen Brot) natürlich auch mit nach Hause gewandert. Kann man jemals genügend Koch- und Backbücher haben?!

Fritz Potocnik und Elisabeth Ruckser auf dem Horner Markt der Erde

Und weil das Brot eine Dreiviertelstunde im Ofen gemütlich vor sich hinbacken durfte, hatte ich genügend Zeit, mich durch die anderen Stände durchzukosten und auch das ein oder andere mit nach Hause zu nehmen.
Glücklicherweise konnte man sich dazwischen auch mit einer frischen Bio-Lammleberkäs-Semmel und Glühwein an der Feuerstelle aufwärmen (ihr ahnt es schon: auch empfehlenswert!).

Viele Gespräche später hatte ich einen Korb voll mit Quitten, frischen Kohlsprossen (welche noch an ihrem Stängel dran waren; so etwas sieht man heutzutage leider viel zu selten), Petersil, eine frische Blunzn, ein 6er-Tragerl Bier (einmal quer durch alle Sorten), einem neuen Buch und zu guter Letzt zwei Laibe frisches Joseph-Brot.
Das schreit doch nach einem Markt-der-Erde-Menü!
Außerdem habe ich von Tristan auch noch den Tipp bekommen, dass man die kleinen, jungen Kohlsprossen auch roh genießen kann – superköstlich! Danke, Tristan – Spitzentipp! Wieder etwas dazugelernt!

Schnell war klar, dass das frische Brot die Grundlage für das Menü bilden muss und alles so einfach und bodenständig wie möglich sein sollte. Weshalb also nicht Blunzn mit Quitten und Kohlsprossen kombinieren? Geht gut. Schmeckt!

Hier also das Rezept für euch – vielleicht holt ihr euch eure Zutaten dafür ja auch schon bald selbst auf dem „Markt der Erde“, oder auf einem anderen regionalen Markt in eurer Nähe!

Als allererstes, wenn ihr nach Hause kommt, stellt ihr einmal das Quittenkompott hin. Den Rest könnt ihr in der Zeit, welche die Quitten zum Weichkochen benötigen, herrichten.

Quittenkompott aus frischen Quitten mit vielen Gewürzen

Quittenkompott

500 g Quitten
2 Meyer Zitronen, nur den Saft und etwas Schalenabrieb
alternativ 1 normale Bio-Zitrone
400 ml Wasser
100 g Zucker
1 (ausgekratzte) Vanilleschote – für das Kompott reicht es vollkommen, wenn ihr eine ausgediente Vanilleschote nehmt
1 Zimtstange
1 Sternanis
Die Quitten waschen und trocken reiben, dabei schauen dass der feine Flaum weg ist. Danach schälen, vom Kerngehäuse befreien und in Spalten schneiden (je dünner, desto schneller sind sie nachher weich).

Sofort in einen Topf geben und gleich mit Zitronensaft beträufeln und gut durchmischen, denn die Quitten werden extrem schnell braun!
Danach noch das Wasser, den Zucker und die Gewürze ebenfalls in den Topf geben.

Zum Kochen bringen und danach für ca. 30 Minuten bei mittlerer Stufe köcheln lassen.

Eine Probe machen ob die Quitten schon weich sind, danach den Topf vom Herd nehmen und einfach auskühlen lassen.

TIPP: für das Blunznbrot benötigt ihr nur ein paar Spalten, der Rest mach sich z.B. gut als süße Obstergänzung zu eurem Frühstücks-Porridge. Oder ihr macht euch einen Kaiser- oder Grießschmarren… natürlich könnt ihr das Kompott auch einfach so auslöffeln!

Blunznbrot mit Kompottquitten und jungen Kohlsprossenblättern

Blunznbrot

{für zwei Personen, oder für den großen Hunger}

2 dicke Scheiben frisches Sauerteigbrot
200 g frische Blunze, in dicke Räder geschnitten
1 kleiner EL Schmalz von bester Qualität
1 Prise frischgemahlener wilder Assam Pfeffer (diesen bekommt ihr bei DiePfefferei LINK)
1 Prise Maldon Sea Salt
1 Handvoll Kohlsprossenblätter von jungen, kleinen Kohlsprossen
mehrere Spalten Kompottquitten

In einer Pfanne das Schmalz zerlassen und die Blunznradln dazugeben, ca. 5 Minuten lang unter ständigem Wenden schön resch anbraten.

Zum Schluss würzen und auf den Brotscheiben verteilen. Danach noch die Quittenspalten oben drauf legen, dabei ruhig ein bisschen in die Blunznmasse reindrücken und mit den Kohlsprossenblättern dekorieren.

Noch warm genießen… und dazu passt natürlich ein kühles Bier!

Zum Abschluss noch ein paar Eindrücke vom Markt der Erde:

Eindrücke vom Markt der Erde in Horn

Eindrücke vom Markt der Erde in Horn

Eindrücke vom Markt der Erde in Horn

Eindrücke vom Markt der Erde in Horn

Eindrücke vom Markt der Erde in Horn

Eindrücke vom Markt der Erde in Horn

Bio-Produkte vom Markt der Erde in Horn

Bio-Produkte vom Markt der Erde in Horn - Bio Blutwurst

Blunznbrot mit Kompottquitten und Kohlsprossenblättern - alle Produkte vom Markt der Erde

 

P.S.: Wenn ihr mal wieder nur Bahnhof verstanden habt und Blunzn für euch ein Buch mit sieben Siegeln ist, dann schaut doch im Glossar vorbei. Mein kleiner Beitrag zur deutsch-österreichischen Verständigung!

xoxo

2 Kommentare

  1. toller Bericht!!
    Ich bin zwar öfter in Horn, habe es aber zu meiner Schande noch nie auf diesen Markt geschafft :-((
    Und das Blunzenbrot ist genial!!
    lg

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