Wie aus armen Rittern reiche P(r)inzen wurden…

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Arme Ritter zu Ostern werden zu reichen Prinzen

Dieses Jahr, so wie auch schon in den vergangenen Jahren, hat es sich der Osterhase bei meiner Familie leicht gemacht.
Denn mangels kleiner Kinder musste er nicht mehr mühsam durchs hohe Gras hoppeln um hier und da ein paar Eier samt Schokohasen zu verstecken.
Nein, es wurden diverse Körbe, Schokohasen, gefärbte Eier, gebackene Lämmer & Hasen und ähnliche Konsorten direkt an den Beschenkten überreicht.

Gut so, denn in diesem Jahr hat das Wetter sowieso nicht wirklich Laune gemacht um irgendwelche Sachen in der Wiese zu suchen (oder vorher zu verstecken).
Fast hätte ich sogar schon frohe Weihnachten gewünscht. Daran hatte der Schneeschauer schuld, durch welchen ich mich auf meinem Weg nach Wien kämpfen musste.
Im Gepäck 5 große Osterpinzen, schön in Heu verpackt (ist doch Ostern) und mit Gewürz-Blüten-Marillen-Marmelade und Holler-Chardonnay-Gelee als Begleitung.
Einer der Gründe, weshalb dann doch noch, trotz des Wetters, Ostergefühle aufgekommen sind.

Die 6. Osterpinze hat Zuhause ausgeharrt und wurde heute ihrer nachösterlichen Bestimmung zugeführt. Mitunter die zweitschönste Sache, die man mit einer Osterpinze machen kann.
Was die erstschönste Sache ist, wollt ihr nun wissen?! Natürlich eine frische Osterpinze am Ostersonntag zusammen mit dem Osterschinken, Eiern, Kren, Marmelade, usw. zu verspeisen!

Nun ist aber heute Ostermontag und da muss schon etwas Abwechslung her.

Und was könnte einer Osterpinze schöneres passieren denn als reicher P(r)inz zu enden?
Natürlich besser bekannt als armer Ritter, French Toast, Poor Knights of Windsor und wie sie sonst noch alle heißen mögen.
Bei uns in Österreich auch als Pofesen bekannt, aber nur wenn sie gefüllt sind. Vorzugsweise mit Powidl (ihr wisst schon, zum Thema Powidl habe ich schon mal was geschrieben).

Nachdem ich die Osterpinzen ganz und gar nicht arm finde, nachdem sie süß und knusprig herausgebacken wurden, habe ich sie kurzerhand in reiche P(r)inzen umgetauft. Arme Ritter gehen doch das ganze Jahr, reiche P(r)inzen gibt es aber nur nach Ostern!

Wer also ebenfalls noch ein paar Osterpinzenreste hat, der sollte sich für die nächsten Tage folgendes Frühstück (oder auch Mittagessen bzw. egal wann, schmecken tun sie zu jeder Tageszeit) vormerken:

Arme Ritter werden zu Ostern zu reichen Prinzen,

Reiche P(r)inzen

Arme Ritter zu Ostern

für 2 besonders hungrige Personen oder für 4 als Nachspeise

4 dicke Scheiben Osterpinze (ca. 1,5 cm)
180 ml Milch
2 Bio Eier (möglichst aus einem Hahn & Henne-Projekt)
2 EL Zucker
Mark einer halben Vanilleschote
2 EL Butterschmalz
dazu Kompott (vorzugsweise Marille aus dem letzten Jahr) & Ahornsirup

  1. Milch, Eier, Zucker und Vanillemark kräftig versprudeln und in eine flache Schale gießen.
  2. Die Pinzenscheiben in die Eiermilch legen und von beiden Seiten alles gut aufsaugen lassen. Von der Flüssigkeit sollte am Ende nichts mehr da sein.
  3. Butterschmalz in einer großen Pfanne, auf mittlerer Temperatur, erhitzen. Nun die Pinzenscheiben auf jeder Seite ca. 3 bis 5 Minuten goldbraun anbraten. Im Bedarfsfall die Temperatur etwas zurückdrehen.
    Auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen und am besten schön warm mit Kompott und Ahornsirup servieren!

Arme Ritter sind reiche P(r)inzen

Magnolienzweige zu Ostern

xoxo

6 Kommentare

  1. Ui, ich hätte da auch noch ein paar Scheiben Osterpinze daheim herumliegen die vor sich her trocken. 😀 Weiß ich schon, was ich mit heute nach dem Mittagessen gönne 😛

    Liebste Grüße, Kevin

  2. Liebe Nicki!
    Mmmhhh, lecker! Arme Ritter kann man nie genug essen!

  3. Lustig, aus den Resten der trockenen Schokoladen-Babka habe ich auch schwervermögende Prinzen gemacht! Gelungenes Resteessen, so wird nix schlecht.

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